Ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung sinnvoll?

Ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung für mich sinnvoll? Diese Frage sollten Sie sich zuerst stellen, wenn Sie mit dem Gedanken spielen, die eigene Arbeitskraft abzusichern. Stellen Sie sich vor, sie arbeiten in einem sehr anstrengenden Beruf, der Sie psychisch sehr fordert. Nicht selten kommt es in Berufen, in denen die Arbeit vor allem im Kopf geleistet wird, zum sogenannten Burn-Out Syndrom.

Der Arbeitnehmer ist in so einem Fall meist nicht mehr in der Lage zu Arbeiten – die Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) springt ein. Ist jedoch keine BU vorhanden, so muss die Erwerbsminderungsrente des Staates leisten. Der Leistungsumfang ist hier jedoch sehr begrenzt und birgt durchaus einige Gefahren, gerade wenn die betreffende Person eine ganze Familie ernähren muss. Im Folgenden finden Sie daher alle Informationen dazu, weshalb eine Berufsunfähigkeitsversicherung für so ziemlich alle Berufs- und Altersgruppen sinnvoll ist.

Inhaltsverzeichnis:

Was genau ist also eine Berufsunfähigkeitsversicherung?

Die Berufsunfähigkeitsversicherung sichert den Versicherten für den Fall einer Berufsunfähigkeit ab. Kann der Versicherungsnehmer aufgrund einer psychischen oder körperlichen Erkrankung bzw. eines Unfalls nicht mehr am Erwerbsleben teilnehmen, übernimmt die Berufsunfähigkeitsversicherung die Versorgung. In welcher Höhe die Versorgung erfolgt, ist je nach abgeschlossenem Tarif sowie den verschiedenen Versicherern unterschiedlich. Die Versicherung kann dabei entweder als Vollversicherung (SBU – selbstständige Berufsunfähigkeitsversicherung) oder als Zusatzversicherung (BUZ – Berufsunfähigkeitszusatzversicherung) erfolgen. Einzige Ausnahme bilden hier alle Personen, welche vor 1961 geboren sind. Tritt hier eine Berufsunfähigkeit ein, so erfolgt die Absicherung über die gesetzliche Erwerbsminderungsversicherung. Deren Leistungen liegen hier jedoch auf einem sehr niedrigen Niveau und sind an zusätzliche Voraussetzungen gebunden.

Gegen welche Fälle sichert mich eine Berufsunfähigkeitsversicherung ab?

Eine Berufsunfähigkeit tritt ein, wenn der Versicherte seinen erlernten bzw. zuletzt ausgeübten Beruf aufgrund einer Erkrankung oder eines Unfalls nicht mehr ausüben kann. Unabhängig davon, ob anstelle des zuletzt ausgeübten Berufes auch ein anderer Beruf ausgeübt werden könnte, zahlt die private Berufsunfähigkeitsversicherung dem Versicherten eine monatliche Berufsunfähigkeitsrente.
Die Gründe für eine Berufsunfähigkeit können dabei sehr unterschiedlich sein. Immer häufiger sind es psychische Erkrankungen wie beispielsweise Burnout, welche dafür verantwortlich sind, dass Menschen ihren Beruf nicht mehr ausüben können. Die häufigsten Auslöser sind dabei nach wie vor Herz-Kreislauf- sowie Muskel-Erkrankungen.

Die Berufsunfähigkeitsversicherung sicher gegen folgende Erkrankungen ab:

  • Psychische Erkrankungen (z.B. Burnout)
  • Muskelerkrankungen
  • Herz- und Kreislauferkrankungen
  • Nervenerkrankungen
  • Stoffwechselerkrankungen

Welche Leistungen erhalte ich von meiner BU im Leistungsfall?

Je nach Art des Tarifes und Versicherer kann die Höhe der Leistung im Falle einer Berufsunfähigkeit variieren.
Die grundsätzliche Absicherung erfolgt jedoch allen Versicherern in Form einer monatlichen Rente. Die Höhe der Rente richtet sich dabei nach den vertraglichen Vereinbarungen.

Darüber hinaus lässt sich auch für den Todesfall vorsorgen, in welchem den Hinterbliebenen eine monatliche Rente ausbezahlt wird. Dabei handelt es sich um eine kombinierte Form von Lebensversicherung und Berufsunfähigkeitsversicherung. Diese Form der Absicherung sollte individuell mit jedem Versicherer abgesprochen werden, da hier teils sehr große Unterschiede zwischen den einzelnen Versicherern bestehen.

Für welche Berufsgruppen ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung sinnvoll?

Generell lässt sich sagen, dass eine Absicherung des Risikofaktors „Berufsunfähigkeit“ für jede Berufsgruppe bzw. jeden Personenkreis sinnvoll ist. Jedoch bestehen zwischen den einzelnen Gruppen Unterschiede bezüglich der Aufnahme bzw. der Rahmenbedingungen. Im Folgenden daher ein Überblick über die Berufsgruppen und deren Besonderheiten:

Berufseinsteiger

Wer als Berufseinsteiger gerade erst in die Berufswelt eingestiegen ist, hat in den meisten Fällen zuvor noch keine 5 Jahre in die gesetzliche Rentenkasse eingezahlt. Ein Anspruch auf die gesetzliche Erwerbsminderungsrente besteht jedoch nur, wenn mindestens 5 Jahre in die gesetzliche Rentenkasse eingezahlt wurde. Diese deckt dabei jedoch nur maximal 30 Prozent des Einkommens ab, wodurch eine Versorgungslücke von 70 Prozent entsteht. Diese Lücke lässt sich durch eine Berufsunfähigkeitsversicherung sehr gut schließen. Ein weiterer Vorteil – Der Beitragssatz für junge Menschen ist aufgrund des geringen Krankheitsrisikos sehr niedrig.

Arbeitnehmer

Wer als Arbeitnehmer tätig ist und bereits seit 5 Jahren oder mehr in die gesetzliche Rentenkasse einzahlt, besitzt einen Anspruch auf die gesetzliche Rente. Diese reicht jedoch oftmals nur für die Absicherung der Grundbedürfnisse. Eine Absicherung durch eine Berufsunfähigkeitsversicherung macht daher unbedingt Sinn.

Selbstständige & Freiberufler

Da für Selbstständige / Freiberufler keine staatliche Absicherung existiert, ist eine private Berufsunfähigkeitsversicherung in diesem Fall besonders wichtig. Wer bereits vor 1961 selbstständig ist, kann im falle einer Berufsunfähigkeit zwar Leistungen aus der gesetzlichen Erwerbsminderungsversicherung beziehen, allerdings decken diese Leistungen maximal 30 Prozent des Einkommens ab. Für Selbstständige sowie Freiberufler ist eine Einkommensabsicherung in vollem Umfang daher von existenzieller Wichtigkeit.

Beamte

Zunächst einmal gilt es hier zu wissen, dass Beamte nicht berufsunfähig, sondern dienstunfähig werden können. Ähnlich wie auch andere Berufsgruppen gilt anfangs eine Wartezeit von 5 Jahren, ehe eine Absicherung über die gesetzliche Rentenversicherung besteht. Innerhalb dieses Zeitraums existiert jedoch keinerlei Absicherung.

Studie

Einer Studie des Map-Report aus dem Jahre 2011 zufolge, wurden die meisten Fälle von Berufsunfähigkeit 2011 in den folgenden Berufen registriert:

  • Dachdecker
  • Krankenpfleger
  • Schlachter
  • Tiefbauer
  • Maurer
  • Hilfsarbeiter
  • Betonbauer

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass vor allem Arbeitnehmer bzw. Selbstständige und Freiberufler, welche in einem körperlich und/oder psychisch anstrengenden Beruf tätig sind, ein erhöhtes Risiko für eine Berufsunfähigkeit besitzen. Gerade Stress und Akkordarbeit sind immer häufigere Gründe dafür, dass Menschen ihrer beruflichen Tätigkeit nicht mehr nachgehen können.

Vorteile einer Berufsunfähigkeitsversicherung

Gegenüber anderen Versicherungen zur Existenz-Absicherung besitzt die Berufsunfähigkeitsversicherung einige Vorteile. Der wichtigste Punkt dabei ist, dass sie großflächig alle Eventualitäten abdeckt, während einige andere Versicherungen nur in bestimmten Krankheits- oder Unfall-Fällen eintreten und Leistungen erbringen.

Die wichtigsten Vorteile im Überblick:

  • Umfassende finanzielle Absicherung im Falle einer Berufsunfähigkeit
  • Garantierte monatliche Rentenzahlung
  • Beitragsbefreiung im Leistungsfall
  • Keine Verweisung in einen anderen Beruf
  • Zusätzliche Absicherung der Familie möglich
  • Sehr geringe Beiträge für Studenten, Akademiker und Berufe mit geringem Risiko

Nachteile einer Berufsunfähigkeitsversicherung – die private Berufsunfähigkeitsversicherung

Generell besitzt eine Berufsunfähigkeitsversicherung keine Nachteile, wenn die Vertragsbedingungen stimmen. Daher sollte der Vertrag und die Bedingungen vor dem Abschluss genauestens studiert werden, damit es später nicht zu bösen Überraschungen kommt.

Der wichtigste Punkt dabei sind die abstrakten Verweisungen. Diese sollten unbedingt vertraglich ausgeschlossen werden, da sonst eine Verweisung in andere Berufe durch den Versicherer möglich ist. Eine Zahlung der Rente wäre in diesem Fall ausgeschlossen.

Zudem muss darauf geachtet werden, dass der Vertrag keine Klausel zur permanenten Berufsunfähigkeit enthält. Ist dies der Fall, so zahlt der Versicherer lediglich bei einer permanenten Berufsunfähigkeit. Besteht die Beeinträchtigung laut ärztlichem Gutachten jedoch nur für beispielsweise 1 Jahr, so erfolgt keine Rentenzahlung durch den Versicherer.

Alternativen zur Berufsunfähigkeitsversicherung

Es existieren eine Handvoll Alternativen zur Berufsunfähigkeitsversicherung. Diese unterscheiden sich jedoch grundlegend und bieten keinen Rundumschutz, so wie es eine SBU tut. Der Griff zu einer dieser Alternative sollte nur dann vorgenommen werden, wenn eine Versicherung in einer SBU nicht möglich. Dies ist beispielsweise dann der Fall, wenn der Versicherer eine Versicherung in einer SBU aufgrund des hohen Versicherungsrisikos ablehnt oder dem Versicherungsnehmer die Policen zu teuer sind.
Im Folgenden die 6 Alternativen zur SBU, wie sie im vergangenen Jahr von der Finanztest vorgestellt wurden:

Erwerbsunfähigkeitsversicherung

Gehört zu den beliebtesten Alternativen und wird vor allem von Arbeitnehmern mit sehr risikoreichen Berufen genutzt. Ein großer Vorteil der Erwerbsunfähigkeitsversicherung ist, dass sie bis zu 40 Prozent günstiger als eine SBU ist. Jedoch erfolgt die Rentenauszahlung hier erst dann, wenn eine Berufstätigkeit nicht mehr vorhanden ist. Im Gegensatz zu einer Berufsunfähigkeitsversicherung also erst sehr spät. Für viele Berufe, wie beispielsweise Dachdecker oder Maurer jedoch oftmals die einzige Möglichkeit, sich wirkungsvoll abzusichern.

Schwere Krankheiten-Versicherung

Kommt es zu einer schweren Krankheit, so biete die Schwere-Krankheiten-Versicherung eine Absicherung für Sofort. Die Absicherung gilt jedoch „nur“ für die Absicherung der anfallenden Kosten zur Behandlung der Krankheit, nicht jedoch zur existenziellen Absicherung auf Lebenszeit. Die Auszahlung im Krankheitsfall erfolgt dabei in Form einer Einmalzahlung und beschränkt sich auf körperliche Erkrankungen. Nur sehr wenige Versicherer decken zusätzlich auch psychische Erkrankungen mit ab. Besonders empfehlenswert ist diese Form der Versicherung bei Berufen, in welchen häufig die typischen, körperlichen Erkrankungen, welche von dieser Versicherung abgedeckt werden, auftreten.

Private Unfallversicherung

Besteht eine dauerhafte, durch einen Unfall verursachte Beeinträchtigung, so zahlt die private Unfallversicherung dem Versicherten eine vorab festgelegte Summe als Einmalzahlung aus. Die Beeinträchtigung muss in der Regel dabei mindestens 3 Jahre betragen. Generell ist eine private Unfallversicherung nur für Berufe zu empfehlen, in denen es oft zu Unfällen kommt. Diese Berufsgruppen erhalten jedoch nur sehr schwer eine Versicherung und wenn, dann meist zu sehr schlechten Konditionen. Schwerbehinderte sowie Pflegebedürftige werden in keinem Fall versichert, Risikoberufe nur unter schwierigen Bedingungen. Eine wirkliche Alternative zur Berufsunfähigkeitsversicherung ist die private Unfallversicherung daher nur sehr bedingt.

Funktionsinvaliditätsversicherung

Die Funktionsinvaliditätsversicherung ist zwar deutlich günstiger als eine BUV, allerdings in ihrem Umfang deutlich eingeschränkter. Nur wenn die vorher festgelegten Kriterien eintreten und die Invalidität durch einen Unfall verursacht wurde, zahlt die Versicherung die festgelegte Rente. Zudem muss eine Invalidität von mindestens 50 Prozent bestehen, andernfalls erfolgt keine Rentenzahlung. Eine echte Alternative stellt die Funktionsinvaliditätsversicherung daher auch nicht dar, da die Rahmenbedingungen für Zahlungsfälle nur sehr selten gegeben sind.

Körperschutzpolice

Verliert der Versicherte bestimmte Fähigkeiten (Tastsinn, Augenlicht, etc.) oder wird zu einem Pflegefall, so erfolgt nach einer gewissen Karenzzeit eine Rentenzahlung. Bisher wird diese Art der Versicherung jedoch noch nicht von allen Versicherern angeboten. Der größte Nachteil dabei ist, dass bei einer vorrübergehenden Beeinträchtigung keine Zahlung erfolgt. Lediglich bei mehr als 12 Monaten ist eine Rentenzahlung möglich. Zudem ist eine derartige Versicherung sehr teuer und beginnt bei ca. 1100 Euro im Jahr. Sie ist daher nur für einige sehr spezielle Fälle sinnvoll.

Grundfähigkeitsversicherung

Die Grundfähigkeitsversicherung sichert den Versicherten gegen den Verlust von vorher festgelegten Fähigkeiten ab. Die Rentenzahlung erfolgt jedoch nur dann, wenn ein vollständiger Verlust der festgelegten Fähigkeiten erfolgt. Zwar sind Verträge hier relativ leicht und günstig zu haben, allerdings ist die größte Hürde für eine Rentenzahlung oftmals der nicht vollständige Fähigkeitsverlust. Sinnvoll ist eine solche Versicherung daher allemal, jedoch nicht für alle Berufsgruppen.



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Für welchen Zeitraum sollte eine Absicherung erfolgen?

Generell empfiehlt es sich mit der Absicherung bereits möglichst früh zu beginnen.
Dies hat zwei verschiedene Gründe:

  1. Absicherung gegen Berufsunfähigkeit
  2. Günstige Beiträge

Der erste Punkt ist dabei selbsterklärend und bedarf keiner weiteren Anmerkung. Der 2. Punkt hingegen ist sehr wichtig für alle diejenigen, die keine immens hohen Beiträge zahlen möchten.

Die Beitragshöhe richtet sich nach verschiedenen Kriterien. Erfolgt eine Absicherung bereits in jungen Jahren, so ist die Beitragshöhe aufgrund des geringen Risikos für den Versicherer sehr niedrig. Erfolgt eine Absicherung jedoch erst im hohen Alter und ist der Versicherungsnehmer nun womöglich auch noch in einem risikoreicheren Beruf tätig, so bedeutet dies deutlich höhere Beiträge. Daher profitieren Versicherungsnehmer gerade in hohen Alter von den geringen Beiträgen, weshalb eine Absicherung spätestens mit dem Eintritt in das Berufsleben erfolgen sollte.

Statistik zum Eintrittsalter einer Berufsunfähigkeit

Statistik zum Eintrittsalter einer Berufsunfähigkeit

Wie hoch sind die Kosten einer Berufsunfähigkeitsversicherung?

Der monatliche Beitrag richtet sich nach verschiedenen Kriterien. Dazu gehören das Eintrittsalter, das Versicherungsrisiko, sowie die gewünschte Höhe der Absicherung. Aus all diesen Kriterien wird dann der monatliche Beitrag errechnet, welcher zudem von Versicherer zu Versicherer variiert. Wie hoch der Beitrag eine eigene Absicherung ausfällt, kann mit dem folgenden Rechner kostenlos errechnet werden.
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Ist ein Vergleich der Berufsunfähigkeitsversicherungen sinnvoll?

Der größte Unterschied der einzelnen Versicherer besteht in der Höhe der Beiträge sowie der Kriterien für die Aufnahme. Die Berufsunfähigkeitsrente kann durch den Versicherungsnehmer selbst angepasst werden und ist in ihrer Höhe variabel. Wird ein Versicherungsnehmer berufsunfähig, so fällt die vorher vereinbarte Rente an, dies ist ebenfalls bei allen Versicherern gleich.
Ein großer Unterschied besteht jedoch bei den Aufnahmekriterien. Während es bei einem Versicherer recht leicht ist, auch mit Vorerkrankungen eine Versicherung abzuschließen, verweigert ein anderer Versicherer die Aufnahme gänzlich. Eine gute BU-Versicherung ist daher schwer zu finden und ein Vergleich sehr schwierig, da oftmals einige Unterschiede zwischen den einzelnen Versicherern existieren. Dennoch ist ein Vergleich bei Versicherern mit gleichen Leistungen und Aufnahmebedingungen sinnvoll, da hier oftmals eine Menge Geld gespart werden kann. Der Blick sollte daher nicht unbedingt nur auf der Höhe der Erwerbsminderungsrente liegen, sondern vor allem auf der Beitragshöhe.
Während die Beiträge 2012 noch deutlich niedriger waren, sind diese 2013 leicht gestiegen. Ein Vergleich macht daher auch dann Sinn, wenn bereits eine BU-Versicherung vorhanden ist. So kann durchaus eine Menge Geld eingespart werden. Ein wichtiger Punkt ist auch die Tätigkeit des Versicherten. Hat sich diese während der Laufzeit der BU geändert, so ist hier meist mit höheren Beiträgen zu rechnen, wenn es sich um einen Beruf mit höheren Risiko handelt. Selbst bei gleichbleibender Berufsunfähigkeitsrente ist die Belastung der Finanzen somit höher.

Welche Ursachen existieren für eine Berufsunfähigkeit?

Je nach Versicherer und Vertrag können die Ursachen der Berufsunfähigkeit variieren. Die folgenden Ursachen sind jedoch die häufigsten Gründe für eine Berufsunfähigkeit:

  • Herzerkrankungen
  • Gefäßerkrankungen
  • Gelenkerkrankungen
  • Krebs
  • Nervenerkrankungen
  • Psychische Erkrankungen
  • Unfälle

Einer der häufigsten Gründe und die Erkrankung mit der größten, wachsenden Anzahl, sind psychische Erkrankungen wie beispielsweise Burn-Out. Aufgrund steigender Anforderungen im Beruf erkranken immer mehr Menschen an dieser psychischen Erkrankung und können ihren Beruf nicht mehr wie gehabt ausüben. Wichtig ist dabei jedoch, dass nicht alle Versicherer auch alle Krankheiten und Fälle absichern. Daher sollte hier unbedingt bei Vertragsabschluss auf die Konditionen geachtet werden, um alle Eventualitäten einzuschließen.



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Da mit dem Alter auch das Risiko für viele Erkrankungen steigt, fällt die Beitragshöhe mit steigendem Alter höher aus.

Ist eine ärztliche Untersuchung für den Abschluss notwendig?

Generell ist eine ärztliche Untersuchung für den Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung nicht notwendig. In fast allen Fällen genügt die Beantwortung der vorab gestellten Gesundheitsfragen. Die Beantwortung dieser Fragen ist jedoch notwendig, andernfalls ist keine Absicherung möglich. Zudem muss die Beantwortung unbedingt wahrheitsgemäß erfolgen, da es im Leistungsfall sonst passieren kann, dass der Versicherer nicht zahlt.
Dies ist beispielsweise dann der Fall, wenn Vorerkrankungen verschwiegen werden, welche dann zu einer langfristigen Beeinträchtigung führen, welche eigentlich zu einer Rentenzahlung durch den Versicherer führen würde. Da die Vorerkrankung jedoch verschwiegen wurde, muss der Versicherer in diesem Fall nicht zahlen.

Wann ist ein ärztliches Gutachten notwendig?

Ein ärztliches Gutachten ist nur dann notwendig, wenn die monatliche Rentensumme 1.600 Euro übersteigt. In so einem Fall kann der Versicherer verlangen, dass der Antragssteller eine ärztliche Bescheinigung seines Gesundheitszustandes einreicht. Diese Prüfung ist natürlich freiwillig und der Antragssteller kann sich aussuchen, ob er dieser Forderung nachkommt oder nicht.

Dabei erfolgt keine tatsächliche Überprüfung, sondern lediglich eine schriftliche Bestätigung des Arztes an den Versicherer, dass keine Vorerkrankungen bestehen und die Angaben des Antragsstellers korrekt sind.

Um das Risiko von Vorerkrankungen besser einschätzen zu können, kann auch hier in einigen Fällen dazu kommen, dass der Versicherer ein Gutachten verlangt.

Ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung mit weiteren Versicherungen kombinierbar?

Einige Versicherer bieten Berufsunfähigkeitsversicherungen in Kombination mit Sparverträgen an. Generell empfiehlt es sich jedoch, Sparanlagen und Versicherungen voneinander zu trennen. Denn auch wenn die Versicherung gute Konditionen besitzt, muss dies nicht auch gleichzeitig für die Geldanlage gelten. Gerade bei jüngeren Leuten stellt eine Kombination aus Sparanlage und Versicherung oftmals eine derartig große Belastung dar, dass diese erst gar nicht in Frage kommt.
Generell ist es daher empfehlenswert, Versicherungen immer Selbstständig abzuschließen und auf Kombinationsverträge zu verzichten.

Wann und wie kann ich meine Berufsunfähigkeitsversicherung kündigen?

Eine Kündigung der Berufsunfähigkeit ist problemlos möglich, sollte jedoch nur dann erfolgen, wenn eine schriftliche Neuversicherung bei einem anderen Versicherer vorliegt. Andernfalls kann es hier zu Versicherungslücken kommen, in denen kein Versicherungsschutz besteht.

Ordentliche Kündigung

Die ordentliche Kündigung ist jeweils 3 Monate zum Ende der Vertragslaufzeit möglich. Bei Verträgen, welche für eine Laufzeit von 2 Jahre oder länger abgeschlossen werden, ist eine Kündigung dann entsprechend 3 Monate zum Ende der jeweiligen Laufzeit möglich.

Außerordentliche Kündigung

Eine außerordentliche Kündigung ist immer dann möglich, wenn sich die Vertragsbedingungen des bestehenden Vertragsverhältnisses ändern, beispielsweise bei einer Beitragserhöhung. In so einem Fall kann das bestehende Vertragsverhätlnis mit sofortiger Wirkung gelündigt werden.

Wechsel zu einem anderen Versicherer

Ist der Versicherte mit den Konditionen seines Versicherers nicht einverstanden (Beispielsweise bei zu hohen Beiträgen), so kann dieser bei Beachtung der Kündigungsfristen zu einem anderen Versicherer wechseln.

Dabei gilt es jedoch einige wichtige Punkte zu beachten, die unbedingt vor der Kündigung in die Überlegungen mit einfließen sollten:

  • Erneute Gesundheitsprüfung fällt an
  • Bei neuen Erkrankungen kann die Beitragshöhe steigen
  • Versicherer kann eine Absicherung ablehnen

Der größte Nachteil bei einem Wechsel des Versicherers ist das Risiko des höheren Beitrags. Ist der Versicherungsnehmer zwischenzeitlich an einer neuen Krankheit erkrankt, so kann dies die Höhe des Beitrags bei einem neuen Versicherer deutlich beeinflussen. Daher sollte immer im Vorfeld überprüft werden, wie hoch die Beitragshöhe bei welchem Versicherer ausfällt. Erst dann sollte der Wechsel in den neuen Tarif erfolgen.

Beitragsberechnung für die Berufsunfähigkeitsversicherung

Mit dem folgenden Beitragsrechner können Sie ihren voraussichtlichen Beitrag zur Berufsunfähigkeitsversicherung unverbindlich und kostenlos berechnen. Dazu müssen Sie lediglich ihre persönlichen Angaben sowie die Angaben zu ihrer beruflichen und gesundheitlichen Situation ausfüllen. Anschließend erhalten Sie alle weiterführenden Informationen bequem per Email.